Das Thaumatrop, die Wunderscheibe

Aus weißer Pappe schneiden wir eine runde Scheibe von der Größe eines Fünfmarkstückes. Durch den Mittelpunkt des Kreises ziehen wir eine gerade Linie, durchbohren die Pappscheibe nahe am Rande auf jeder Seite zweimal mittels einer Stopfnadel und ziehen durch die Löcher zwei feste Seiden- oder Zwirnfäden, die Enden jedes der beiden Fäden werden verknotet.

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Auf die eine Seite der Pappscheibe zeichnen wir einen durch ihr Zentrum gehenden wagerechten schwarzen Strich, auf die andere Seite einen ebensolchen senkrechten Strich.

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Setzt man die Scheibe in rasche Umdrehung, indem man in jede Hand ein Ende der Fäden nimmt und den straff gespannten Faden zwischen den Fingern hin und her rollt, so sieht das Auge nicht mehr jeden Strich für sich, sondern ein Kreuz. Die beiden Striche auf der einen und der anderen Seite der weißen Scheibe vereinigen sich auf der Netzhaut des Auges zu einem Bilde.

Nachdem unser erster Versuch gelungen ist, werden wir uns mit gleich gutem Erfolge an schwierigere Aufgaben wagen können. Wir zeichnen auf die eine Seite der Scheibe einen Vogelbauer, auf die andere Seite einen Kanarienvogel von grellgelber Farbe oder einen rot und blau gefiederten Papagei, wobei aber zu beachten ist, dass der Vogel im Verhältnis zum Bauer kopfstehend (verkehrt) gezeichnet werden muss. Beim Drehen der Scheibe wird der Vogel scheinbar im Bauer sitzen.

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Wer im Zeichnen und Malen keine Übung besitzt, kann aus Bilderbogen oder illustrierten Zeitschriften leicht für die Wunderscheibe geeignete Motive schneiden
Wir kleben beispielsweise die untere Hälfte der Figur eines Soldaten auf die untere Hälfte der Wunderscheibe, auf die Rückseite derselben die obere Hälfte der Figur, wiederum kopfstehend.

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Während der Umdrehung der Scheibe vereinigen sich beide Hälften zur ganzen Figur des Soldaten.

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Denken wir uns auf der Vorderseite einen Blumenkorb, auf der Rückseite Blumen, so wird sich durch die Wunderscheibe der Korb mit Blumen füllen

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